Hessische Mannschaftsmeisterschaft U12 Junioren / Nachlese

„Boah, alter Schwede“ ! Es war wirklich beeindruckend, was die Jungs am Samstagnachmittag an Tenniskunst auf die Plätz unserer Anlage gezaubert haben ! Vier Mannschaften – MSG Taunusstein, Eintracht Frankfurt, TC Neu-Isenburg und nicht zuletzt TC Rot-Weiss Fulda, bewarben sich um den Einzug ins Finale der Hessischen Mannschaftsmeisterschaft U12 Junioren. Unsere Nr. 1, Bengt Reinhard, schätzte die Chancen auf 40:60 für Rot-Weiss Fulda ein das Finale am Sonntag erreichen zu können. Neben Bengt Reinhard waren aus heimischer Sicht noch Moritz Mielke, Leopold Stock und Konstantin Nophut nominiert, um den Titel nach Fulda zu holen.

Für unsere Jungs stand im Halbfinale die Partie gegen MSG Taunusstein auf dem Programm. In deren Reihen befinden sich u.a. der amtierende Hessenmeister und ein Finalist der deutschen Meisterschaft bei den Junioren U12. Es würde also ein hartes Stück Arbeit vor den heimischen Jungs liegen, die alle auf den Punkt ihr volles Leistungsvermögen abrufen mussten, um gegen die leicht favorisierte Mannschaft aus Taunusstein bestehen zu können.

Im ersten Match hatte es Leopold Stock mit besagtem Hessenmeister zu tun, der ein traumhaft-sicheres Tennis spielt, fast alle Bälle an der Grundlinie „ausgräbt“, und als „Ballwand“ alles zurückbringt, was vom Gegner übers Netzt geschlagen wird. Leopold wehrte sich besonders im ersten Satz mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und hielt anfangs gut mit. Langsam aber sicher setzte sich die Konstanz seines Gegners trotzdem durch und Leo musste den ersten Satz leider mit 2:6 abgeben. Die Geschichte des 2. Satzes ist dann schnell erzählt, denn er ging doch recht deutlich mit 0:6 verloren.

Parallel dazu versuchte Konstantin Nophut einen dringend benötigten Punkt beizusteuern und lag im ersten Satz sogar mit 4:2 vorne, aber das Spiel kippte leider und der Satz ging unglücklich mit 4:6 an seinen Gegner. Auch der zweite Satz verlief ziemlich ausgeglichen, Möglichkeiten den Satz für sich zu entscheiden waren für beide Jungs vorhanden, letztendlich stand auf der Anzeigetafel aber wieder ein 4:6 aus Sicht der Rot-Weissen !

Im dritten Einzel legte Bengt Reinhard die Richtung für den Ausgang der Begegnung ziemlich früh fest. Mit druckvollem Power-Tennis ließ Bengt seinen Gegner ein ums andere Mal die Ausmaße des Tennisplatzes erkunden, platzierte die Bälle immer nahe den Linien und war zu jeder Zeit „Chef im Ring“. Der erste Satz ging mit 6:0 an Bengt und er gewann den zweiten ebenfalls mit 6:0 mehr als deutlich.

Moritz Mielke klagte am Vormittag im Vorfeld seines Matches über Bauchschmerzen und man musste sich fragen, ob Moritz bis zu Spielbeginn tatsächlich wieder einigermaßen fit sein würde ! Gott sei Dank konnte er antreten und versuchte wie seine Mannschaftskameraden einen dringend benötigten Sieg einzufahren, was die Ausgangssituation deutlich verbessert hätte. Nach 4:6 im ersten Satz steigerte sich Moritz nochmal und lag im 2. Satz sogar 4:1 in Front, letztlich musste sich aber auch Moritz seinem Gegner nach großem Kampf geschlagen geben und somit stand es nach den Einzeln lediglich 1:3 aus Fuldaer Sicht !

Also mussten die beiden Doppel die Entscheidung herbeiführen. Nachdem Bengt und Konstantin ihr Doppel klar mit 6:2 und 6:3 gewonnen hatten, stand es zumindest wieder 2:3 und die Aussichten auf ein Weiterkommen waren plötzlich gar nicht mehr so schlecht ! Denn Moritz und Leopold hatten in ihrem Doppel schon die Nase mit 1:0 nach Sätzen vorne und der Gewinn des zweiten Satzes hätte gereicht, um ins Finale einzuziehen. Für Spannung war also gesorgt und die Zuschauer auf der Terrasse waren genauso angespannt wie die Akteure selbst. Doch unglücklicherweise wurden die beiden kurz vor der Ziellinie von ihren Gegnern aus Taunusstein abgefangen und mussten den 1:1 Satzausgleich hinnehmen. Somit war Taunusstein anhand des besseren Satzverhältnisses durch und der 3. Satz war bedeutungslos.

Stimmt, es ist schon schade, dass es nicht zur Finalteilnahme gereicht hat, aber mal ehrlich: Welche Ball-Beschleunigung aus diesen „Essstäbchen-dünnen“ Armen erreicht wird oder welche Beweglichkeit die „Flamingo-ähnlichen“ Beine offenbaren, mit welcher abgezockten Routine Bälle platziert und das Tempo gewechselt wird, mit welcher – relativ zur den körperlichen Voraussetzungen – Wucht die Aufschläge übers Netz „geprügelt“ werden, das alles ist wirklich sehenswert. Motivationsfaust, Emotionen, Tränen und „Come On“-Rufe durften dabei natürlich auch nicht fehlen ! Und die hier verwendeten Formulierungen sind nicht etwa sarkastisch oder ironisch gemeint, sondern voller Respekt vor den gezeigten Leistungen und dem erstaunlichen Tennis-Level der „Zwerge“ ! Das war Tennis auf höchstem hessischen U12-Niveau !

Schade ist auch, dass neben den Eltern und Angehörigen der aktiven Protagonisten nicht noch ein paar mehr Vereinsmitglieder da waren, um sich das wirklich sehenswerte sportliche Spektakel anzuschauen !

   

Leonhard Stock…

Konstantin Nophut…

Bengt Reinhard…

…und Moritz Mielke verpassten nur knapp den Einzug ins Finale der Hessischen Mannschaftsmeisterschaft U12 Junioren

 

Kritisch-leidende Väter                                            Wetvolle Tipps

 

Nervennahrung für Groß und Klein                           Gegner im Halbfinale

 

Spiele aus jeder Perspektive sehenswert                   Trinken nicht vergessen !

 

Angespannte Zuschauer                                         Hautnah am Geschehen

 

Frust pur !                                                             Man kann auch mal was anderes spielen !

 

Bis dann !

MB (NL 10/09-2019)

 

 

 

 

 

 

 

 

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